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Blutmarker geben Entwarnung bei Demenzrisiko

Langzeitstudie zeigt: Bestimmte Blutwerte schließen eine demenzielle Entwicklung mit hoher Sicherheit aus und eröffnen neue Perspektiven für die Vorsorgemedizin

(PresseBox) (Karlsruhe, )
Nicht nur die Suche nach Krankheitsrisiken, sondern auch die zuverlässige Entwarnung kann medizinisch von großer Bedeutung sein. Eine groß angelegte Langzeitstudie legt nun nahe, dass bestimmte Blutmarker bei älteren Menschen mit hoher Sicherheit ein geringes Risiko für die Entwicklung einer Demenz anzeigen. Die Aussagekraft dieser negativen prädiktiven Werte übertrifft dabei deutlich die bisherigen Möglichkeiten der Risikoeinschätzung. Das Ergebnis wirft ein neues Licht auf den Einsatz prädiktiver Diagnostik – und stellt die Frage, ob in Zukunft der sichere Ausschluss einer Erkrankung stärker in den Fokus der Vorsorge rücken sollte.

Ein wissenschaftlicher Durchbruch in der prädiktiven Diagnostik neurodegenerativer Erkrankungen sorgt für neue Impulse in der medizinischen Risikoeinschätzung. Während bisherige Untersuchungen vorrangig darauf ausgerichtet waren, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz festzustellen, legt eine neue Studie den Fokus auf das Gegenteil: den sicheren Ausschluss eines solchen Risikos. Damit könnte sich ein Paradigmenwechsel in der Früherkennung anbahnen – mit potenziell weitreichenden Folgen für Vorsorge und Versorgung im Alter.

In einer über viele Jahre angelegten prospektiven Kohortenstudie wurden insgesamt 2.148 kognitiv gesunde Personen im Alter von 60 Jahren und älter über einen Zeitraum von bis zu 16 Jahren medizinisch begleitet. Ziel war es, die Aussagekraft von sechs spezifischen Blutmarkern in Bezug auf die spätere Entwicklung einer Demenz zu untersuchen. Dabei handelte es sich um das Verhältnis von Amyloid-β42 zu Amyloid-β40, die phosphorylierten Tau-Proteine p-τ181 und p-τ217, das Gesamt-Tau-Protein (t-τ), die Neurofilament Light Chain (NfL) sowie das Glial Fibrillary Acidic Protein (GFAP).

Während der Beobachtungszeit entwickelten 364 der Teilnehmenden eine Form der Demenz, darunter 212 mit einer Alzheimer-Demenz. Die Analyse zeigte, dass insbesondere die vier Marker p-τ181, p-τ217, NfL und GFAP mit einem erhöhten Risiko für eine spätere Erkrankung korrelierten. Ihre sogenannten Hazard Ratios stiegen signifikant mit zunehmender Konzentration der Marker im Blut, was auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung hindeutet. Die prädiktive Genauigkeit der Marker lag jedoch in einem mittleren Bereich – die AUC-Werte (Area Under the Curve), ein Maß für die Testgenauigkeit, erreichten Werte zwischen 71 und 83 Prozent.

Bemerkenswerter war jedoch ein anderer Befund: Die negativen prädiktiven Werte (NPV) der vier relevanten Marker lagen konstant über 90 Prozent. Das bedeutet, dass bei unauffälligen Blutwerten mit hoher Wahrscheinlichkeit keine demenzielle Entwicklung in den nächsten zehn Jahren zu erwarten war. Diese Aussagekraft überstieg deutlich die positiven prädiktiven Werte, also die Fähigkeit, ein tatsächliches Risiko zu belegen. Somit ist der eigentliche diagnostische Wert dieser Biomarker weniger in der Frühwarnung, sondern vielmehr in der zuverlässigen Entwarnung zu sehen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass blutbasierte Marker künftig ein hilfreiches Instrument sein könnten, um älteren Menschen Gewissheit über ihr individuelles Risiko zu geben. Insbesondere in Fällen, in denen erste kognitive Veränderungen beobachtet, aber keine weiteren Risikofaktoren ersichtlich sind, könnten diese Bluttests eine wichtige Ergänzung zur klinischen Einschätzung darstellen. Sie eröffnen zudem neue Möglichkeiten für eine gezielte Steuerung medizinischer Ressourcen. Denn ein sicherer Ausschluss einer Erkrankungsentwicklung reduziert nicht nur individuelle Belastung, sondern vermeidet auch aufwendige und kostenintensive Diagnostik bei Personen mit geringem Risiko.

Dennoch warnen Fachleute vor voreiligen Schlüssen. Für den breiten Einsatz im Rahmen von Screenings müssten die Blutmarker mit weiteren Parametern kombiniert werden – etwa neuropsychologischen Tests, genetischen Informationen und strukturellen Bildgebungsdaten. Auch ethische Fragen sind zu beachten: Die Kommunikation von Testergebnissen, insbesondere bei asymptomatischen Personen, erfordert eine hohe Sensibilität und sollte stets durch fachärztliche Beratung begleitet werden.

Trotz dieser Einschränkungen liefert die Studie einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um prädiktive Medizin im Alter. Sie zeigt, dass ein diagnostisches Verfahren auch dann von Wert sein kann, wenn es nicht auf Risikoerkennung, sondern auf die Absicherung gegen unnötige Sorgen ausgerichtet ist.

Kommentar:

Der medizinische Fortschritt lebt nicht nur von besseren Therapien, sondern auch von präziseren Diagnosen – und von der Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Die neue Studie zu blutbasierten Demenzmarkern bringt eine bislang vernachlässigte Perspektive in die Debatte: die Bedeutung des sicheren Ausschlusses eines Risikos. In einer alternden Gesellschaft, in der die Angst vor Demenz tief verankert ist, ist dies nicht nur medizinisch, sondern auch gesellschaftlich relevant.

Wer heute mit 60 Jahren gesund ist, aber vielleicht leichte Wortfindungsstörungen oder Konzentrationsprobleme bemerkt, erlebt oft große Verunsicherung. In der bisherigen Praxis blieb dann meist nur die Option, aufwendig zu diagnostizieren oder abzuwarten. Die Möglichkeit, über einen einfachen Bluttest mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen zu können, dass in den kommenden zehn Jahren eine Demenz droht, ist deshalb mehr als eine technische Innovation – sie ist ein Beitrag zur seelischen Entlastung.

Dabei darf die Aussagekraft nicht überbewertet werden. Ein negativer prädiktiver Wert von über 90 Prozent ist hoch, aber keine Garantie. Ebenso bleibt die Frage offen, wie sich diese Marker bei jüngeren Personen oder bei atypischen Verläufen verhalten. Und auch die soziale Dimension muss bedacht werden: Wer bekommt Zugang zu diesen Tests, wer profitiert davon – und wie werden die Ergebnisse kommuniziert? Die Gefahr, dass aus einer Sicherheitsdiagnostik ein Ausschlusskriterium für Versicherungen oder Pflegeleistungen wird, ist nicht von der Hand zu weisen.

Dennoch wiegt der Nutzen schwer. In einer Medizin, die immer wieder an den Grenzen ihrer Prognosefähigkeit scheitert, bietet dieser diagnostische Ansatz eine wertvolle Orientierung – nicht durch Alarm, sondern durch Beruhigung. Das mag unscheinbar wirken, könnte aber die Versorgungssituation vieler älterer Menschen grundlegend verändern. Was wir brauchen, ist nicht nur der Blick auf jene, die krank werden, sondern auch auf jene, die gesund bleiben – und wissen wollen, dass das so bleibt.

Von Engin Günder, Fachjournalist

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