Mit dem Eintritt in den Online-Vertrieb über Plattformen wie Amazon begeben sich deutsche Apotheken in ein rechtlich sensibles Spannungsfeld. Die Kombination aus datenschutzrechtlicher Verantwortung, regulatorischer Komplexität und erhöhtem Haftungsrisiko verlangt von Apothekenbetreibern ein besonders sorgfältiges Handeln. Vor allem die Weitergabe personenbezogener Gesundheitsdaten an einen internationalen Plattformbetreiber erfordert eine lückenlose Zustimmungserklärung der Kundinnen und Kunden. Fehlt diese, drohen nicht nur empfindliche Bußgelder nach DSGVO, sondern auch zivilrechtliche Konsequenzen und Reputationsverluste.
Apothekenleiter tragen dabei die volle Verantwortung – auch für das Verhalten des Plattformbetreibers. Denn wer sich für Amazon als Vertriebspartner entscheidet, übernimmt faktisch die datenschutzrechtliche Mitverantwortung für sämtliche Verarbeitungsprozesse, obwohl diese technisch außerhalb der eigenen Infrastruktur stattfinden. Das bedeutet: Die Pflicht zur sorgfältigen Prüfung der Datenverarbeitung, der Serverstandorte, der Schnittstellen sowie der Rechteklärung liegt aufseiten der Apotheke. Kommt es zu Verstößen, steht sie in der ersten juristischen Reihe.
Hinzu kommen weitere Risiken – sowohl digital als auch analog: Cyberangriffe auf Apothekensysteme, Datenschutzpannen durch menschliches Versagen, sowie klassische Betriebsunterbrechungen durch Feuer, Wasserschäden oder Einbruch. Diese Risikolage verlangt einen ganzheitlichen und aufeinander abgestimmten Versicherungsschutz. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Cyber-Versicherungen, die nicht nur im Falle eines Angriffs auf IT-Systeme greifen, sondern auch präventive Maßnahmen wie Schwachstellenanalysen oder Schulungen abdecken. Gleichzeitig bleiben Allgefahrenversicherungen (Allrisk), Vertrauensschadenversicherungen und branchenspezifische Rechtsschutzversicherungen unverzichtbar, um offline-Risiken rechtssicher zu begegnen.
Versicherungsexperten betonen, dass ein isolierter Versicherungsschutz nicht ausreicht. Vielmehr ist ein abgestimmtes Sicherheitskonzept notwendig, das auf die digitale Transformation der Apotheken abgestimmt ist. Dabei spielt auch die Wahl des richtigen Versicherungspartners eine zentrale Rolle, denn nicht jeder Anbieter kennt die komplexen Wechselwirkungen zwischen Datenschutzpflichten, Arzneimittelrecht und digitaler Haftung.
Kommentar:
Die Entscheidung, Arzneimittel über Amazon zu vertreiben, ist für viele Apotheken wirtschaftlich nachvollziehbar – aber rechtlich und versicherungstechnisch hochriskant. Die Vorstellung, dass man lediglich seine Produkte auf einer Plattform anbietet, greift zu kurz. In Wahrheit begeben sich Apotheken in ein haftungsrechtliches Minenfeld, in dem sie für Datenverarbeitungsschritte haften, die sie weder vollständig überblicken noch technisch kontrollieren können.
In dieser Situation ist es unerlässlich, den digitalen Wandel nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch risikotechnisch zu durchdenken. Wer Online-Vertrieb ernst nimmt, muss auch Datenschutz ernst nehmen – und damit einhergehend den eigenen Versicherungsschutz strategisch neu bewerten. Cyberrisiken und Datenschutzverletzungen gehören heute zu den größten Bedrohungen für Apothekenbetriebe. Hinzu kommen die klassischen Gefahren durch Ausfallzeiten, Schadensersatzforderungen oder Betriebsstillstand – offline wie online.
Es ist keine Überversicherung, sondern betriebliche Notwendigkeit, alle Risikofelder abzusichern. Nur wer proaktiv handelt, seine Prozesse prüft und passgenaue Versicherungsbausteine einsetzt, wird langfristig handlungsfähig und wirtschaftlich sicher bleiben. Apothekerinnen und Apotheker sind längst nicht mehr nur Heilberufler, sondern auch Datenschutzverantwortliche, Onlinehändler, Arbeitgeber – und damit Manager komplexer Risiken. In dieser Rolle braucht es mehr denn je eine ganzheitliche Absicherung und strategische Klarheit.
Von Matthias Engler, Fachjournalist
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