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Pilzinfektion im Ohr: Die unterschätzte Gefahr

Warum Otomykosen oft falsch behandelt werden – und welche Rolle Hygiene, Selbstmedikation und ärztliche Diagnose spielen

(PresseBox) (Karlsruhe, )
Ein unangenehmes Jucken, dumpfer Druck im Ohr und bröckeliger Ausfluss – oft steckt mehr dahinter als eine harmlose Reizung. Die Otomykose, eine Pilzinfektion des äußeren Gehörgangs, tritt häufiger auf als vermutet und wird vielfach zu spät erkannt. Warum die Selbstbehandlung häufig ins Leere läuft, welche Risikofaktoren den Weg für Pilze bereiten und weshalb frühzeitige ärztliche Diagnostik entscheidend ist, zeigt ein genauer Blick auf eine oft unterschätzte Infektion.

Die Otomykose, eine durch Pilze verursachte Entzündung des äußeren Gehörgangs, tritt in Deutschland häufiger auf, als bisher angenommen. Obwohl sie in der öffentlichen Wahrnehmung kaum Beachtung findet, stellt sie für Betroffene eine ernstzunehmende, oft langwierige und rezidivierende Erkrankung dar. Experten warnen insbesondere vor unzureichender Eigenbehandlung und falscher Hygiene im Ohrbereich, die den Verlauf zusätzlich erschweren können.

Bei der Otomykose handelt es sich um eine oberflächliche Mykose, die durch Pilze wie Aspergillus niger, Aspergillus fumigatus oder Candida albicans ausgelöst wird. Diese Erreger sind in der Umwelt weit verbreitet und können sich bei geeigneten Bedingungen – vor allem Wärme, Feuchtigkeit und eine gestörte Hautbarriere – im äußeren Gehörgang ansiedeln und vermehren. Die natürlichen Schutzmechanismen des Ohres, insbesondere die Lipidbarriere der Haut und das leicht saure Milieu des Ohrenschmalzes, wirken dem normalerweise entgegen. Werden diese gestört, etwa durch übertriebene Reinigung mit Wattestäbchen, aggressive Reinigungsmittel oder häufige Wasserexposition, steigt das Risiko für eine Infektion deutlich.

Ein erster Hinweis auf eine Otomykose ist meist ein hartnäckiger Juckreiz im Gehörgang, begleitet von einem dumpfen Druckgefühl oder leichten Schmerzen. Im weiteren Verlauf kommt es oft zu einer Hörminderung, bedingt durch das Anschwellen des Gehörgangs und das Vorhandensein von pilztypischen Belägen oder Sekreten. Der Ausfluss kann dabei in Konsistenz und Farbe variieren – charakteristisch ist ein bröckeliger, grauer bis schwarzer Belag, der teils übel riecht. In vielen Fällen werden die Symptome fälschlicherweise als bakterielle Infektion gedeutet, was die korrekte Diagnose verzögert.

Die Behandlung der Otomykose ist anspruchsvoll und erfordert eine gezielte Diagnostik durch Fachpersonal. Eine mikroskopische Untersuchung sowie ein Abstrich zur Identifikation des Erregers sind häufig notwendig, um eine gezielte antimykotische Therapie einleiten zu können. Vor jeder medikamentösen Maßnahme steht die gründliche manuelle Reinigung des Gehörgangs – meist durch einen HNO-Arzt – im Vordergrund. Erst durch die Entfernung von Belägen, Detritus und überschüssigem Sekret kann ein lokales Antimykotikum seine volle Wirkung entfalten. In schweren Fällen oder bei Patienten mit Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, chronischer Otitis externa oder Immunsuppression kann auch eine systemische antimykotische Behandlung notwendig sein.

Ein besonderes Problem stellt die Rückfallgefahr dar. Viele Patienten erleben erneut Infektionen, oft bedingt durch unvollständige Ausheilung, fortbestehende prädisponierende Faktoren oder eine zu frühe Beendigung der Therapie. Auch die eigenmächtige Anwendung kortisonhaltiger Präparate kann den Verlauf negativ beeinflussen, da diese das Immunsystem lokal schwächen und die Pilzausbreitung begünstigen. Hinzu kommt, dass der Gehörgang nach überstandener Infektion oft empfindlicher bleibt und bei erneuter Belastung rasch wieder Symptome auftreten können.

Aus ärztlicher Sicht ist daher nicht nur eine konsequente Behandlung, sondern auch eine fundierte Aufklärung der Betroffenen entscheidend. Dazu zählt unter anderem, auf Wattestäbchen zur Ohrreinigung zu verzichten, das Ohr nach Wasserkontakt gut zu trocknen und bei ersten Anzeichen einer Reizung ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch das Wissen um Risikofaktoren wie Hörgeräte, In-Ear-Kopfhörer oder das Tragen von Ohrstöpseln sollte stärker in den Fokus rücken, da sie durch Mikrotraumata und eingeschlossene Feuchtigkeit das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen können.

Die Otomykose ist kein kosmetisches oder vorübergehendes Problem, sondern eine medizinisch ernstzunehmende Erkrankung mit teils chronischem Verlauf. Sie zeigt exemplarisch, wie empfindlich das Gleichgewicht im äußeren Gehörgang ist – und wie wichtig es ist, dieses durch richtige Pflege und rechtzeitige medizinische Intervention zu bewahren.

Kommentar:

Die Otomykose führt uns deutlich vor Augen, wie wenig Aufmerksamkeit alltäglichen, aber sensiblen Körperbereichen wie dem Ohr im medizinischen Diskurs beigemessen wird. Während die Bevölkerung zunehmend sensibilisiert ist für Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Rückenschmerzen, fristet die Gesundheit des Gehörs oft ein Schattendasein. Dabei ist der äußere Gehörgang kein passiver Kanal, sondern ein hochdifferenziertes Abwehrsystem, das – ähnlich wie Haut oder Darm – auf ein sensibles Gleichgewicht angewiesen ist.

Dass viele Menschen dieses Gleichgewicht selbst aushebeln, etwa durch das routinierte Reinigen mit Wattestäbchen oder durch das lange Tragen feuchtwarmer Ohrstöpsel, zeigt ein grundlegendes Missverständnis über Körperpflege. Der Wunsch nach vermeintlicher Hygiene führt paradoxerweise zur Entstehung von Problemen, die man gerade vermeiden wollte. Es fehlt vielerorts an Aufklärung über die Funktion des Ohrenschmalzes, die Rolle der Hautbarriere und die Risiken übermäßiger Reinigung. Was harmlos beginnt, kann sich – wie die Otomykose zeigt – zu einer schwer zu therapierenden Erkrankung entwickeln, die Geduld, Konsequenz und Fachwissen erfordert.

Nicht minder kritisch ist der leichtfertige Umgang mit rezeptfreien Präparaten. Die Selbstmedikation bei Ohrproblemen ist weit verbreitet, birgt aber erhebliche Risiken – insbesondere, wenn bakterielle, virale und mykotische Infektionen verwechselt werden. Die Praxis, bei Juckreiz oder Schmerzen direkt zu Ohrentropfen mit Corticoiden zu greifen, ist nicht nur ineffektiv, sondern in vielen Fällen sogar kontraproduktiv. Sie verschleiert die Symptome, verzögert die richtige Behandlung und fördert unter Umständen die Chronifizierung der Infektion.

Der Umgang mit der Otomykose zeigt: Gesundheit braucht nicht nur moderne Medikamente, sondern auch ein Bewusstsein für Prävention, Körperverständnis und die Grenzen der Selbstbehandlung. Die Aufgabe der Medizin – aber auch der öffentlichen Gesundheitsaufklärung – sollte es sein, diese Lücke zu schließen. Denn der beste Schutz vor Erkrankungen beginnt nicht im Wartezimmer, sondern mit informierten Entscheidungen im Alltag.

Von Engin Günder, Fachjournalist

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