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Wenn die Haut spät rebelliert

Wenn unreine Haut im Erwachsenenalter auftritt und mehr als ein kosmetisches Problem wird

(PresseBox) (Karlsruhe, )
Pickel und Pusteln sind längst kein exklusives Jugendproblem mehr. Immer mehr Erwachsene kämpfen mit entzündlichen Hautveränderungen, die oft unerwartet und ohne vorherige Hauterkrankungen auftreten. Besonders Frauen sind betroffen. Was hinter der sogenannten Spätakne steckt, welche Ursachen vermutet werden und warum die Erkrankung weit mehr ist als ein rein kosmetisches Problem, zeigt ein genauer Blick auf aktuelle medizinische Erkenntnisse und gesellschaftliche Entwicklungen.

Akne gilt gemeinhin als typisches Problem der Pubertät. Doch entgegen dieser weit verbreiteten Annahme mehren sich die Fälle entzündlicher Hautveränderungen bei Erwachsenen, insbesondere bei Frauen im Alter zwischen Mitte 20 und Anfang 40. Dermatologen sprechen in diesen Fällen von Akne Tarda – einer Form der Akne, die sich häufig ohne Vorankündigung im Erwachsenenalter manifestiert, oft bei Menschen, die in ihrer Jugend nie Hautprobleme hatten. Das Phänomen gilt inzwischen nicht mehr als selten, sondern als zunehmend verbreitet – und stellt sowohl Betroffene als auch behandelnde Fachkräfte vor diagnostische und therapeutische Herausforderungen.

Während jugendliche Akne vorwiegend durch die hormonellen Umstellungen der Pubertät und eine gesteigerte Talgproduktion bedingt ist, liegt der Entstehung der Spätakne ein komplexeres Ursachengefüge zugrunde. Besonders im Fokus stehen hormonelle Schwankungen, die etwa im Zuge des Menstruationszyklus, während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder nach dem Absetzen hormoneller Kontrazeptiva auftreten. Dabei kommt es zu einer verstärkten Stimulation der Talgdrüsen, was die Poren verstopft und die Entstehung entzündlicher Papeln und Pusteln begünstigt.

Zunehmend wird auch das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) als zugrunde liegende Störung identifiziert, bei der eine hormonelle Dysbalance zu Symptomen wie Zyklusstörungen, vermehrter Körperbehaarung und eben auch Akne führen kann. Doch nicht nur endokrine Faktoren beeinflussen das Hautbild. Auch psychischer Stress, Schlafmangel und Belastungen im beruflichen oder privaten Umfeld gelten als zentrale Trigger. Über die Ausschüttung von Cortisol – einem Stresshormon – werden Entzündungsprozesse verstärkt und die Sebumproduktion stimuliert, was bestehende Hautprobleme verschärfen kann.

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen auch externe Einflüsse wie Umweltbelastungen, etwa Feinstaub, UV-Strahlung oder das Tragen von Gesichtsmasken über längere Zeiträume. Diese sogenannten „maskne“-bedingten Hautirritationen haben während der Corona-Pandemie zu einem zusätzlichen Anstieg von Spätakne-Fällen geführt. Auch kosmetische Fehler im Alltag – wie zu aggressive Reinigungsprodukte, okklusive Pflege oder mechanisches Ausdrücken von Unreinheiten – können den Hautzustand verschlechtern.

In Studien zeigen sich zudem auffällige geschlechtsspezifische Unterschiede. Während Frauen häufiger unter nicht-entzündlicher Komedoakne leiden, dominieren bei Männern papulopustulöse Formen mit stärkerer Entzündungstendenz. Interessanterweise wiesen betroffene Männer in mehreren Erhebungen überdurchschnittlich häufig erhöhte Blutzucker- und Insulinwerte auf. Dieser Befund deutet auf einen potenziellen Zusammenhang zwischen Spätakne und metabolischen Dysbalancen hin, was auch Fragen nach dem Zusammenhang zwischen Ernährung, Lebensstil und Hautgesundheit aufwirft.

Die Behandlung von Akne Tarda gestaltet sich komplex. Häufig stehen zunächst eine individuelle Hautpflegeberatung und die Umstellung auf nicht-komedogene, reizfreie Produkte im Vordergrund. Dermatologisch bewährte Wirkstoffe wie Retinoide, Azelainsäure, Benzoylperoxid oder Salicylsäure werden lokal angewendet. Bei schwereren oder persistierenden Verläufen kommen systemische Therapien zum Einsatz – darunter Antibiotika, Hormontherapien oder Isotretinoin, ein Wirkstoff mit starker Wirksamkeit, aber erheblichem Nebenwirkungspotenzial.

Neben der medizinischen Behandlung erfordert Spätakne eine langfristige Lebensstilstrategie. Ein bewusster Umgang mit Stress, regelmäßige Bewegung, eine antiinflammatorisch ausgerichtete Ernährung und ausreichend Schlaf können das Hautbild nachhaltig stabilisieren. Auch die psychosoziale Dimension darf nicht unterschätzt werden: Viele Betroffene erleben die Hautveränderungen als stigmatisierend, was sich negativ auf das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität auswirken kann.

Dennoch bleibt Akne Tarda in der öffentlichen Wahrnehmung unterrepräsentiert. In der Praxis wird sie häufig bagatellisiert oder als rein kosmetisches Problem behandelt, obwohl es sich um eine ernst zu nehmende dermatologische Erkrankung mit komplexem Hintergrund handelt. Die steigende Zahl an Betroffenen macht deutlich: Spätakne ist keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein relevantes Gesundheitsproblem unserer Zeit.

Kommentar:

Spätakne ist weit mehr als ein ästhetisches Ärgernis. Die auffallend hohe Prävalenz in der erwachsenen Bevölkerung zeigt, dass es sich um ein unterschätztes und oft verkanntes dermatologisches Phänomen handelt, dessen Ursachen tief in den individuellen körperlichen, hormonellen und psychosozialen Strukturen verwurzelt sind. Dass Betroffene häufig ohne jede Vorwarnung – und ohne Aknevergangenheit – von der Erkrankung getroffen werden, macht die Diagnose und den Umgang damit nicht einfacher. Die Erwartung, dass unreine Haut ein Jugendphänomen sei, hält sich hartnäckig in Gesellschaft und medizinischem Alltag – eine falsche Annahme, die vielen Betroffenen zusätzlich zusetzt.

Dabei zeigt gerade die Spätakne, wie eng Hautgesundheit mit systemischen und psychischen Prozessen verknüpft ist. Sie ist ein Beispiel dafür, wie der Körper auf Überlastung, hormonelle Dysregulationen und Umweltfaktoren reagiert. Sie führt uns auch vor Augen, wie wichtig es ist, Hauterkrankungen in ihrer Ganzheit zu begreifen – nicht als rein oberflächliche Symptome, sondern als Ausdruck innerer Prozesse, die einer ganzheitlichen Betrachtung und Behandlung bedürfen.

Gerade im Beratungskontext, etwa in Apotheken oder hausärztlichen Praxen, wäre mehr Sensibilität gefragt. Spätakne ist nicht nur ein dermatologisches, sondern auch ein psychosoziales Thema. Ihre Behandlung erfordert Zeit, Aufklärung und eine individuelle Herangehensweise – jenseits schneller Tipps oder standardisierter Pflegeroutinen. Es ist an der Zeit, Spätakne aus der Nische zu holen und sie als das zu behandeln, was sie ist: eine ernst zu nehmende chronische Hauterkrankung mit vielschichtigen Ursachen und hohem Leidensdruck.

Von Engin Günder, Fachjournalist

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