Ein intelligentes Messsystem ist letztlich nichts anders als ein Stromzähler, den viele Menschen wahrscheinlich schon auf der Arbeit oder sogar zuhause kennengelernt haben. „Noch bestehen hier gewisse Berührungsängste“, gibt Stefan-Schulze Sturm, Leiter Forschungsprojekte bei der ASEW, offen zu. „Wie so oft ist es natürlich erst einmal einfacher, auf bewährte Systeme zu bauen. Das könnte jedoch im Falle von Smart Metern bzw. intelligenten Messsystemen ein großer Fehler sein: Denn zum einen sind sie gesetzlich gefordert, zum anderen bringen sie gerade im Bereich der KMU viele Vorteile.“
Auch deshalb hat sich das Forschungsprojekt „Smart Metering in KMU“ des Virtuellen Instituts Smart Energy (VISE) die Identifikation und Nutzung der Mehrwerte intelligenter Messsysteme auf die Fahnen geschrieben – mit einem klaren Fokus vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Als eines der ersten großen Ergebnisse der Arbeit des Projektkonsortiums, dem auch die ASEW angehört, ist nun eine aus drei Modulen bestehende Video-Schulungsreihe „Smart Meter verstehen und anwenden“ entstanden. „Diese soll besonders denjenigen zugutekommen, die sich etwa im betrieblichen Bereich mit Möglichkeiten zur Energieeinsparung oder effizienteren Nutzung von Energie befassen“, ordnet Richard Orth, stellvertretender Leiter Forschungsprojekte bei der ASEW, die Stoßrichtung der Videoreihe ein. „Ziel ist es dabei, zum einen Berührungsängste mit der noch jungen Technologie abzubauen, aber eben auch zu zeigen, was diese auch abseits großindustrieller Betriebe zu leisten in der Lage ist. Das in den drei Modulen gebündelt aufbereitete Wissen kann dabei als interbetriebliche Online-Weiterbildung genutzt werden.“
Da KMU im Kontext des Smart-Meter-Rollouts bereits jetzt oder in naher Zukunft vom Einbau intelligenter Messsysteme (iMSys) betroffen sind, soll die Videoreihe letztlich für ein besseres Verständnis über die Möglichkeiten von Smart Metern sorgen sowie damit verbunden Grundwissen zu den Themen Energieeffizienz und Energiemanagement aufbauen. Die Videoreihe ist dabei kein bloßer Theorie-Leitfaden, sondern sehr praktisch ausgerichtet: Es werden Praxis-Tipps angesprochen, wie Unternehmen die Energieeffizienz verbessern, Kosten reduzieren und Energiemanagementpotenziale identifizieren. Die Schulungsreihe besteht aus drei Modulen, die jeweils mehrere aufeinander aufbauende Kurzvideos enthalten: Im Modul 1 (Grundlagen) werden die Grundlagen zu den Themen Energieeffizienz und Energiemanagement im Unternehmen sowie allgemeine Informationen zum Energieverbrauch in KMU behandelt.
Im Modul 2 (Messtechnik und Smart Meter) liegt der Fokus auf dem Einsatz von Messtechnik zur Erfassung des Stromverbrauchs. Darüber hinaus wird die Auswertung der erfassten Energiedaten anhand von Lastprofilen thematisiert und ein Schritt-für-Schritt Plan zur Umsetzung im eigenen Unternehmen vorgestellt.
Modul 3 (Die Umsetzung in der Praxis – Best Practices)befasst sich mit allerlei Praxisbeispielen. Dabei wird die GreenPocket Softwarelösung zur Visualisierung von Stromverbrauchsdaten vorgestellt und die Potenziale zum Einsatz mobiler Messtechnik aufgezeigt.
An der Erstellung der Schulungsreihe waren die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW), die TH Köln sowie die GreenPocket GmbH beteiligt. Das Forschungsprojekt „Smart Metering in KMU“ des Virtuellen Instituts Smart Energy (VISE) fokussiert sich auf die Mehrwerte intelligenter Energie-Messsysteme für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Projektarbeit wird dabei von einem interdisziplinären Konsortium unter der Leitung der TH Köln getragen. Diesem gehören neben den genannten Unternehmen und Einrichtungen zudem die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Duisburg-Essen sowie das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH an. Das im Januar 2022 gestartete Forschungsprojekt Smart Metering in KMU (Förderkennzeichen EFO 0031) ist auf eine Projektdauer von drei Jahren angelegt und wird vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.