Seekabel damals wie heute unverzichtbar
1851 wurde das erste Unterwasser-Telegrafiekabel zwischen Calais und Dover verlegt. Mut und Ausdauer bei der Entwicklung geeigneter Kabel-, Maschinen- und Verlegetechnologien waren auch in finanzieller Hinsicht beispiellos. „Keine industrielle Revolution ohne Telekommunikation. Dies galt im 19. Jahrhundert und es gilt erst recht im Zeitalter von Transformation, Digitalisierung und Industrie 4.0“, so Thomas Sorge, Leiter Marketing und Produktmanagement bei den Bayerischen Kabelwerken. Das 1885 gegründete Universalkabelwerk aus dem mittelfränkischen Roth begleitet die Entwicklung vom Kupferkabel zum Glasfaserkabel seit mehr als 100 Jahren aktiv mit und damals wie heute gibt es zur Verlegung der Kabel unter Wasser keine Alternativen, wenn man große Datenvolumina über Wasserbarrieren übertragen will.
Gigabit-Netz für jährlich mehr als 400.000 Besucher:innen
Die Pionierarbeit für Tiefseekabel wurde von herausragenden Köpfen wie Werner von Siemens und William Thomson geleistet, heute zeichnen sich erfolgreiche Kabelhersteller wie die Bayka vor allem durch flexible und schnelle Individuallösungen aus. Im Herbst 2020 hatten die Planungen für die Breitbandverkabelung der Herreninsel begonnen, am 30. April wurde das Singlemode-Kabel bereits in bis zu 43 Meter Tiefe im Chiemsee verlegt. Auftraggeber des Projekts war der Bayerische Staat als Eigentümer von Herrenchiemsee.
Das 6x12 E9/125µm LWL-Universalkabel wurde mit 72 Glasfasern bewusst großzügig dimensioniert. Insgesamt elf kostenlose BayernWLAN-Hotspots sind auf der Insel in Betrieb, damit die jährlich mehr als 400.000 Besucher:innen Informationen über die Sehenswürdigkeiten abrufen und Erinnerungsfotos versenden können. Die Behörden vor Ort erhalten durch die Glasfaseranschlüsse Zugang zum bayerischen Behördennetz (BYBN). In den Büros und Verwaltungsräumen des Neuen Schlosses machen sie Video-Konferenz sowie Mail- und Streaming-Dienste möglich. Aber auch die Mobilfunkversorgung soll vom Breitbandausbau profitieren, denn Vodafone wird 2022 auf Herrenchiemsee ein 5G-Mobilfunknetz über das Glasfasernetz anbinden.
Vielseitig einsetzbares LWL-Seekabel
BayCom® SUBMERGED FOC swa ist ein robustes, bewehrtes, längs- und querwassergeschütztes Lichtwellenleiterkabel, das aufgrund eines speziellen Mantelmaterials direkt in Süßwasser verlegt werden kann. Da das Kabel größtenteils ungeschützt auf dem Grund des Sees liegt, wird es durch eine Bewehrung gegen mechanische Belastungen, die zum Beispiel beim Verlegen zu Kabelschäden führen könnten, geschützt. „Wir konnten dank unseres flexiblen Maschinenparks schnell den Kabelaufbau an die Bedarfe anpassen und die gesamte Länge der neuen Entwicklung an einem Stück fertigen, was eine muffenfreie Verlegung im Wasser ermöglichte.“, erklärt Bayka-Vertriebsleiter Johannes Köbler.
Wie bei allen Universalkabeln der Bayka sind diverse Funktionalitäten vereint, so dass der Einsatzbereich möglichst groß ist. Neben der Verlegung unter Wasser können sie in Erde, Rohren und Trögen sowie im Freien verlegt werden - auch ohne zusätzlichen UV-Schutz, dafür mit Nagetierarmierung.