Insbesondere kleine und mittlere IT-Unternehmen haben an der VDEB-Umfrage teilgenommen. 52,4 Prozent der Befragten beschäftigen bis zu zehn Mitarbeiter. Die Zahl derjenigen IT-Unternehmen ohne Versicherungsschutz erreicht in dieser Gruppe fast 50 Prozent. Allerdings sieht es bei den Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern kaum besser aus, denn hier sind immer noch mehr als 40 Prozent nicht versichert. Dr. Oliver Grün, Vorsitzender des VDEB, überrascht das Umfrageergebnis: "Mit einer solch hohen Zahl nicht-versicherter Unternehmen habe ich nicht gerechnet. Kleinere Softwarehersteller ignorieren das Risiko gerne, da sie den Einfluss ihrer eigenen Software unterschätzen, doch dies grenzt schon an Fahrlässigkeit. Selbst bei kleinem Umsatz würde ich als Unternehmer nicht in der Angst und Haftung für das Handeln meiner Mitarbeiter leben wollen. Immerhin 79,6 Prozent dieser Unternehmen ohne Versicherung haben in der Umfrage ihr Interesse an einer maßgeschneiderten IT-Vermögensschadenhaftpflicht bekundet, – ein erster Lichtblick zumindest."
Bei den befragten IT-Unternehmen die über eine IT-Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung verfügen, sind die Versicherungsprodukte von Gerling und Zürich am meisten verbreitet. Die gewählte Schadensdeckung ist teilweise gering: 27,1 Prozent haben eine Deckung bis 500.000 EUR gewählt, während jedoch 44,1 Prozent über eine Deckungssumme verfügen, die größer als 2 Mio. EUR ist. In der Regel wurde eine Selbstbeteiligung gewählt, um die Prämien überschaubar zu halten. Die IT-Unternehmen sind in erster Linie gegen Datenverlust, Programmierfehler und Schäden aufgrund nicht reproduzierbarer Fehler versichert. Allerdings gaben auch 34,6 Prozent der Befragten an, nicht genau zu wissen, was ihr Versicherungsschutz im Einzelnen umfasst.
12,7 Prozent der IT-Unternehmen haben im Schadensfall schon auf ihren Versicherer zurückgegriffen und Schäden in Höhe von durchschnittlich 5.128 EUR begleichen lassen. Die höchste Schadenssumme, die genannt wurde, belief sich dabei auf 15.000 EUR. Ebenfalls 12,7 Prozent der Befragten haben entstandene Schäden ihrem Versicherer gegenüber nicht geltend gemacht, zumeist aufgrund der geringen Höhe des Schadens oder auch aus Unwissenheit. Allerdings gilt der kulante Schadensausgleich – ohne also erst den Weg über den Versicherer zu gehen – durch das IT-Unternehmen selbst als probates Mittel, sich schnell und um so überzeugender mit dem Kunden zu einigen.
Insgesamt zeigen sich die IT-Unternehmen mit ihren Versicherern überwiegend zufrieden. Die Betreuung durch den Versicherer bewerten 37 Prozent der Befragten als gut und 35,2 Prozent als befriedigend. Bei der Schadensabwicklung durch den Versicherer fällt die Bewertung etwas schlechter aus, hier beurteilen 29,6 Prozent der IT-Unternehmen ihre Versicherung als gut, 48,1 Prozent dagegen als befriedigend.
Die Fachgruppe Mittelständischer Softwarehersteller des VDEB rät dringend zum Abschluss einer IT-Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherung. Der VDEB hat zudem die Initiative ergriffen, zusammen mit dem Hamburger Versicherungsmakler ATS und der Gothaer-Versicherung, die Entwicklung einer neuartigen und auf die Bedürfnisse mittelständischer IT-Unternehmen passenden Versicherung gegen Vermögensschäden anzustoßen. Ab November wird diese Versicherung über den VDEB in einem Rahmenvertrag mittelständischen IT-Unternehmen angeboten werden.
"Es liegt im Interesse des VDEB als Vertreter des IT-Mittelstands die Verlässlichkeit von IT-Unternehmen zu erhöhen. Hierzu hat der VDEB ein eigenes VDEB-Gütesiegel entwickelt, das dem Softwareanwender Investitionssicherheit garantiert. Ein wesentliches Kriterium für das VDEB-Gütesiegel ist dabei der Nachweis einer ausreichenden Versicherung gegen Vermögensschäden", so Dr. Oliver Grün. "Ohne Versicherung wird kein VDEB-Gütesiegel vergeben."
Marc Houben (4.985 Zeichen inkl. Leerzeichen)