Im Jahr 2023 galten in Düsseldorf insgesamt 50.045 Personen als überschuldet, wohingegen es in 2024 lediglich 48.270 waren. Dies entspricht einer Schuldnerquote von 9,55 % (- 0,22 % im Vergleich zu 2023). Auch im Rhein-Kreis Neuss wurde ein Rückgang um 0,22 Prozentpunkte verzeichnet. Während im Jahr 2023 noch 31.578 Personen als überschuldet galten, waren es 2024 nur noch 30.732. Die Quote beträgt nun 8,29 %. Die drei Städte des Kreises Mettmann – Erkrath, Hilden und Ratingen – verzeichnen im Regionalraum Düsseldorf den stärksten Rückgang. Die Zahl überschuldeter Personen sank von 11.665 im Jahr 2023 auf 11.053 im Jahr 2024. Das entspricht einer aktuellen Schuldnerquote von 6,66 % (2023: 7,11 %| - 0,45 %).
„Die rückläufigen Schuldnerquoten haben verschiedene Hintergründe. Zum einen gibt es statistische Sondereffekte, die berücksichtigt werden müssen und zum anderen haben viele Personen aus Sorge um die Auswirkungen der Kriegsumstände in Europa sowie die weiterhin unsicheren Entwicklungen der eigenen Lebenshaltungskosten gespart“, ordnet André Becker, Mitglied der Geschäftsleistung bei Creditreform Düsseldorf / Neuss die Ergebnisse ein. Zu den statistischen Sondereffekten gehört u. a. der Bevölkerungsrückgang und die im Mai 2024 eingetretene Verkürzung der Datenspeicherungsfristen. Die Zahl überschuldeter Verbraucher wäre demnach deutschlandweit nur um knapp 19.000 Fälle zurückgegangen. Aufgrund der Effekte galten jedoch im Jahr 2024 rund 94.000 Privatpersonen weniger als überschuldet. Auch der Abwärtstrend der Inflationsrate und die steigenden Realeinkommen der Verbraucher haben dazu beigetragen, dass die Überschuldung nicht zugenommen hat.
Der Rückgang der überschuldeten Personen war im gesamten untersuchten Regionalraum höher als in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit ist die Schuldnerquote nur um 0,06 Prozentpunkte zurückgegangen, was einer Seitwärtsbewegung entspricht und in Nordrhein-Westfalen gab es einen Rückgang von 0,14 Prozentpunkten.
Es gibt verschiedene Anhaltspunkte die darauf hindeuten, dass in 2025 die Schuldnerquote wieder ansteigt. Dies zeigt zum Beispiel die Seitwärtsbewegung in Deutschland, aber auch die angespannte wirtschaftliche Lage wird sich negativ auf die Verbraucher auswirken. „So ist unter anderem mit einem weiteren Anstieg von Arbeitslosigkeit zu rechnen. Dies ist mit einer der Hauptgründe für den Anstieg von Verbraucherinsolvenzen“, erklärt André Becker.
Korschenbroich weiterhin mit der niedrigsten Schuldnerquote
Im Jahr 2023 hatte Korschenbroich das erste Mal seit über 20 Jahren eine niedrigere Schuldnerquote als Meerbusch. Dieser Trend setzte sich in 2024 fort und der Abstand zwischen den beiden Städten vergrößerte sich. Im Jahr 2024 weist Korschenbroich eine Schuldnerquote von 5,56 % auf – das entspricht einem Rückgang von 0,29 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. In Meerbusch liegt die Quote hingegen bei 5,73 %, was einem Rückgang von 0,13 Prozentpunkten entspricht. André Becker erklärt wodurch dies zustande kommen kann: „Korschenbroich wird für viele Personen immer attraktiver, da die Miet- und Immobilienpreise niedriger sind als in Meerbusch und trotzdem die Nähe zu den umliegenden Großstädten gegeben ist. Außerdem ist die Arbeitslosenquote in Meerbusch höher als in Korschenbroich. Dies könnten Gründe sein, warum Meerbusch nicht mehr die Stadt mit der niedrigsten Schuldnerquote im Rhein-Kreis Neuss ist.“
Düsseldorf und der Rhein-Kreis Neuss im Vergleich
Mit einer Überschuldungsquote von 9,55 % belegt die Stadt Düsseldorf im Vergleich der anderen deutschen Landeshauptstädte Platz acht – wobei Platz eins die höchste und Platz sechzehn die niedrigste Quote markiert. Damit liegt Düsseldorf im Mittelfeld und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um eine Position verbessert. Die höchste Überschuldung wies Saarbrücken mit 13,88 % auf, die niedrigste mit 6,18 % Potsdam.
Auch im Vergleich mit anderen Großstädten (mit über 400.000 Einwohnern über 18 Jahre) liegt Düsseldorf auf Platz neun mit einer Überschuldungsquote von 9,55 % und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um eine Position verbessert.
Der Rhein-Kreis Neuss wurde in unserer Analyse mit dem Kreis Viersen, dem gesamten Kreis Mettmann, dem Rhein-Erft-Kreis, der Stadt Krefeld und der Stadt Mönchengladbach verglichen. Die Überschuldung von 8,29 % im Rhein-Kreis Neuss wird nur vom gesamten Kreis Mettmann (7,86 %) und dem Kreis Viersen (8,09 %) unterboten. Sowohl der Rhein-Erft-Kreis (Überschuldung: 8,92 %), als auch die Städte Krefeld (Überschuldung: 13,13 %) und Mönchengladbach (Überschuldung: 13,72 %) weisen eine deutlich höhere Überschuldung von Privatpersonen auf.
Blick in die Zukunft bleibt getrübt
Auch wenn auf den ersten Blick die Überschuldung in weiten Teilen des untersuchten Regionalraums abgenommen hat, bleibt der Blick in die Zukunft trüb. Die angespannte Lage der Wirtschaft wird sich in Zukunft weiter auf die Überschuldung auswirken. Denn die Hauptgründe für Überschuldung sind: Arbeitslosigkeit, Trennung / Scheidung / Tod, Erkrankung / Sucht / Unfall, unwirtschaftliche Haushaltsführung, gescheiterte Selbstständigkeit und längerfristiges Niedrigeinkommen. Die Zahlen für Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind gestiegen und liegen mittlerweile über den Werten des letzten „Vor-Krisen-Jahres“ (2019). Für die nächsten Jahre wird, aufgrund der konjunkturellen Entwicklung, mit einem weiteren Anstieg von Arbeitslosigkeit gerechnet, was zu einer höheren Arbeitslosigkeit führt und in Folge dessen die Verbraucherinsolvenzen in den kommenden Jahren ansteigen lassen kann.