Und eben dies - unterhalten, nicht mehr und nicht weniger - ist das Ziel seiner professionellen Kunst, die mit bewundernswerter äußerer Leichtigkeit das erreicht, was vielleicht das Schwerste ist: als "Massenclown" und auch als "Eulenspiegel" (O-Töne Gottschalk) eine nicht selten lustlos kreisende und zugleich zunehmend fragmentierte Gesellschaft in selige Schwingungen zu versetzen und dabei wie nebenbei unterschiedliche Gruppen zu integrieren. Mit einer ganzen Palette von Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich ohne sichtbare Anstrengung zu stimmigen Bildern und einer gewinnenden Gesamthaltung zusammenfügen.
Das Verbindende ergibt sich dabei nicht aus dem Unverbindlichen, sondern aus einer klar konturierten Mixtur, zu der Neugier ebenso gehört wie Zuwendung, und bei der Respekt, Interesse und Fairness ebenso ihren Platz haben wie Frechheit, Plauderzauber und pure Lust am kostümschillernden Rollenspiel. Dass die auf einer simplen Grundidee beruhende, dabei aber durchaus üppig wirkende Show "Wetten dass.. ?" - bei der kleine Leute auf große Stars treffen und dabei selbst mit verblüffenden Fähigkeiten glänzen können - schon so lange funktioniert, ist ohne Thomas Gottschalk nicht denkbar.
Seine menschlichen Eigenschaften und professionellen Qualitäten, die in ihrer unverbrüchlichen Kombination von hoher Präsenz, witziger Geistesgegenwart und unübertrefflicher Schlagfertigkeit auch schon den im Radio gestarteten Anfang seiner medialen Karriere beflügelt haben - eine Laufbahn mit nicht wenigen Ausflügen in ein vielfächeriges Farbenspektrum des Fernsehens und des Films -, diese Grundausstattung hat ihn auch Ausnahmesituationen mit einer Souveränität meistern lassen, die selbst jene anerkannt haben, welche der Bühne der großen Unterhaltung ferner stehen.
Mit Thomas Gottschalk spricht der Deutsche Volkshochschul-Verband seine Besondere Ehrung einer Persönlichkeit zu, die das Genre der Fernsehunterhaltung in bewundernswerter Konstanz, mit höchstem Können und mit unverwechselbarem Stil ganz maßgeblich geprägt hat und weiter prägt. Ausgezeichnet wird damit Gottschalks ebenso lust- wie phantasievolle Verkörperung der Entertainer-Rolle, mit stets wachem Witz, einer spürbaren Zuwendung zu seinen Gästen und zum Publikum, mit hoher Präsenz und der Fähigkeit, mit neuen Konstellationen die Spannung zu halten. So schafft er, was ein großes kleines Wunder ist: verschiedene Generationen und Gruppen in spielerischer Form zusammenzubringen."
Kurzvita Thomas Gottschalk:
Geboren am 18. Mai 1950 in Bamberg. Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium 1970-1974 Studium der Germanistik und der Erziehungswissenschaften an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. 1975 staatliche Lehramtsprüfung in Deutsch und Geschichte. Beginn der journalistischen Ausbildung 1971 als Stipendiat des Instituts zur Förderung des publizistischen Nachwuchses (Deutsche Bischofskonferenz). 1972 Praktikum beim Münchner Merkur. Von 1971 bis 1989 im Dritten Programm des Bayerischen Hörfunks erste Erfolge als Journalist und Moderator mit "Pop nach acht" und "Thommy's Radio-Show". 1982 Wechsel zum ZDF und Präsentation von "Na so was", einer Mischung aus Talk- und Musikshow. Seit dem 26. September 1987 - mit Ausnahme einer Pause in den Jahren 1992 und 1993 - Showmaster der ZDF-Sendung "Wetten, dass.. ?".