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Trotz allgemeiner Wirtschaftskrise:

Die Zahl der Handwerksbetriebe steigt in der Region auf rund 20.700

(PresseBox) (Karlsruhe/Pforzheim, )
Das Handwerk bleibt in der Region eine Wirtschaftsmacht: 20.674 Betriebe gibt es in den sieben Stadt- und Landkreisen, die zum Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe zählen. Das sind 160 mehr als im Vorjahr. „Das zeigt, dass das Handwerk Zukunft hat. Vor uns liegen große Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung und marode Infrastruktur. Die lassen sich ohne Handwerkerinnen und Handwerker nicht meistern“, so Karsten Lamprecht, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, bei den Bilanzpressekonferenzen in Karlsruhe und Pforzheim.

Die Wirtschaftskrise in Deutschland wirkt sich allerdings auf das Handwerk in der Region aus – wenn auch deutlich schwächer als in anderen Branchen. Die Betriebe kamen nach Angaben der Handwerkskammer im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 18,2 Milliarden Euro. Das sind nominal 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten sank leicht um 1.000 auf nun 115.000 Handwerker. „Die kommende Regierung muss wirtschaftspolitisch die richtigen Weichen stellen“, sagt Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Walter Bantleon. Die Sozialabgaben müssten runter, ebenso die Steuern. Besonders die Dokumentationspflichten belasteten die oft kleinen Handwerksbetriebe über Gebühr. Diese könnten dafür nicht wie Konzerne spezialisierte Mitarbeiter abstellen.

Gutes für die Gesellschaft tun, das wollten viele Jugendliche. Nicht nur im Handwerk sei dies ein wichtiges Kriterium bei der Berufswahl.  Laut Lamprecht zählt auch deshalb der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zu den drei beliebtesten Ausbildungsberufen in der Region. Der Elektroniker ist ebenso gefragt – er sorgt auch dafür, dass Photovoltaikanlagen einwandfrei funktionieren. Bei den Top-Ausbildungsberufen ganz vorn ist der Kraftfahrzeugmechatroniker, für den die E-Mobilität ein spannendes Zukunftsfeld ist.

„Der Wettstreit der Branchen um Nachwuchs bleibt eine Herausforderung“, sagt Lamprecht. Im vergangenen Jahr haben im Bezirk 2.218 (2023: 2.347) junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk begonnen. Den Rückgang begründet er mit der Demografie. Erst ab dem Jahrgang 2014 haben die Statistiker eine steigende Geburtenzahl registriert. Davon abgeleitet könne erst in den Jahren 2030 und 2031 mit einer höheren Zahl an Ausbildungsbeginnern gerechnet werden.

Umso wichtiger sei es, dass das Handwerk beispielsweise auch Studienabbrecher und Menschen mit einem Fluchthintergrund als Auszubildende gewinnt. Im vergangenen Jahr gab es so 175 Neuverträge mit Lehrlingen aus Afghanistan, Eritrea, Gambia, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Hinzu kommen 39 junge Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich neu im Handwerk ausbilden lassen.

Noch ein detaillierter Blick auf die Geschäftslage in einem Jahr, das vor allem durch die Wohnungsbaukrise und die Industrieschwäche geprägt war.  Die Handwerksbetriebe in der Region schätzten ihre Situation bei der Konjunkturumfrage insgesamt schlechter ein als in den vorangegangenen drei Quartalen des vergangenen Jahres. Bauhaupt- und Ausbaugewerbe bekamen zu spüren, dass weniger in den Wohnungsbau investiert wurde.

Auffallend ist die Situation im sogenannten gewerblichen Bedarf – dies sind Handwerksbetriebe mit beispielsweise Maschinenbauern und Feinwerkmechanikern, die oft Zulieferer der Automobilindustrie sind. Die deutsche Schlüsselbranche schwächelt, das bekommen Handwerker zu spüren, die direkt oder indirekt für sie arbeiten.

Recht erfreulich sieht es indessen bei den Nahrungsmittel- und Gesundheitsberufen aus.

Für 2025 hofft das Handwerk auf eine leichte konjunkturelle Erholung. Ein sinkendes Zinsniveau könnte Investitionen wieder attraktiver machen. Aber die Unsicherheiten bleiben hoch. „Die weltpolitische Lage, stockende Entscheidungen der Politik und strukturelle Defizite bremsen unsere Betriebe weiter“, so Lamprecht. Er fordert ein klares Bekenntnis zu Wachstum und Planungssicherheit. 

Zum Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe gehören die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.

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