Demnach hegen mehr als 70 Prozent Zweifel, ob ihre Daten auch in 50 Jahren noch lesbar sein werden. Mit dem SD-SCDF Standard will die SNIA Abhilfe schaffen. Der neue Standard definiert einen logischen Container, der Inhalte und zugehörige Metadaten, wie Referenzdaten, Integritäts- und Echtheitskontrollen, Audit Records und möglicherweise auch Ereignisleser, enthält. Eine entsprechende Arbeitsgruppe wurde gegründet.
"Die langfristige Archivierung von Daten ist einerseits gesetzlich reguliert und andererseits unternehmensintern verbindlich festgelegt, die technischen Möglichkeiten der Umsetzung sind jedoch teuer und komplex. Die Definition und Einführung eines Standards, der dafür sorgt, dass Informationen langfristig erhalten bleiben und lesbar sind, ist folglich absolut notwendig", sagte Jürgen Arnold, Chairman der SNIA Europe.
Die beiden wichtigsten Herausforderungen der Langzeitaufbewahrung digitaler Informationen sind die physische und logische Migration der Daten. In der Praxis wird durchschnittlich nach 3-5 Jahren eine physische Migration notwendig, ein Wechsel der Applikation steht zirka alle 5-7 Jahre an. Mithilfe von SD-SCDF sollen die Probleme der logischen Migration gelöst werden. Der Standard wird darüber hinaus alle Eigenschaften liefern, die zum Datenerhalt notwendig sind und ist mit ILM-basierten Praktiken kompatibel. SD-SCDF soll bei der Entwicklung von Applikationen direkt implementierbar sein oder aber in Verbindung mit der SNIA Storage-to-Application Schnittstelle eXtensible Access Method (XAM). Die Kombination aus XAM zur applikationsunabhängigen Speicherung von Daten und SD-SCDF zur Festlegung der zu speichernden Informationen trägt zum korrekten und sicheren Erhalt der Informationen und ihrer langfristigen Lesbarkeit bei.