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Piratenpartei – Shitstorm im Internet?

Netzpolitik.org titelte am 10.05.2012: "Netz-Sperren in Schulen: NRW zensiert Piratenpartei"

(PresseBox) (Berlin, )
Netzpolitik.org titelte am 10.05.2012: "Netz-Sperren in Schulen: NRW zensiert Piratenpartei" und griff hierbei einen Einzelfall aus einer Soester Schule auf, wo das Landtagswahlprogramm 2012 der Piratenpartei auf dem Bildschirm eines Schülers gesperrt war. Die Lehrkraft hätte in Sekunden das Wahlprogramm der Piratenpartei freischalten können, wenn ihr Unterricht dieses erfordert hätte. Welche Fragen sollten journalistisch hierbei beleuchtet werden?

In dem Artikel heißt es weiter: "Diese Vorfälle zeigen beispielhaft die Probleme mit Internet-Filtern à la Zensursula und Jugendmedienschutz- Staatsvertrag. Einen Filter ohne Overblocking gibt es nicht."

TIME for kids ist ein Technologieanbieter, der sich darauf spezialisiert hat, alle Internetinhalte durch ein dynamisches Datenbanksystem einund ausschaltbar zu machen. In Schulen entscheiden Erwachsene in ihrer Rolle als Lehrkräfte, was Schülerinnen und Schüler im Internet zu welchem Zeitpunkt sehen sollen. Den Lehrkräften geht es hierbei um die Bereitstellung eines Bildungsinternets, d.h. Internetinhalte, die in der Unterrichtssituation wertvoll und hilfreich sind, sollen für den Lehr- und Lernprozess zur Verfügung stehen. Sollte ein Schüler einen für den Unterricht notwendigen Inhalt nicht aufrufen können, erscheint eine Sperrseite, die ihm mitteilt, welche Internetseite durch welchen Themenbereich gesperrt ist. Die Lehrkraft kann diesen Inhalt über das Lehrercockpit in Sekundenschnelle für den einzelnen Schüler oder die ganze Klasse freischalten.

In der gesamten Berichterstattung wird dieser Aspekt der Fokussierung von Internetinhalten auf den Unterrichtsgegenstand außer Acht gelassen. Statt sich mit den Anforderungen eines digitalen Unterrichtsarrangements auseinanderzusetzen, hört man insbesondere in den Blogs shitstorm-verdächtige Kommentare: Zensursula, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag, Overblocking. Diese Schlagworte der Netzpolitik haben vor dem Hintergrund eines Bildungsinternets, die der TIME for kids Schulfilter Plus den Schulen bietet, keine Relevanz.

Zensursula ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit der zentralen Sperrung von kinderpornografischen Inhalten durch den Staat für alle Bürger ins Leben gerufen wurde.

Der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag regelt weniger als zehn Prozent der in Deutschland verfügbaren Internetinhalte. Nach dem Anbieterprinzip müssen deutsche Anbieter dafür Sorge tragen, dass ihre nicht entwicklungsbeeinträchtigend oder jugendgefährdend sind. Für die über 90 Prozent ausländischen Internetinhalte ist der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag nicht zuständig. Das Strafgesetzbuch und das Jugendschutzgesetz regeln die Nutzung aller inländischen und ausländischen Internetinhalte, weswegen in NRW die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände den Einsatz eines Schulfilters zur Erfüllung der Aufsichtspflicht dringend empfehlen.

Overblocking ist ein undifferenzierter Kampfbegriff gegen alle Internetfilter. Beim Schulfilter Plus können durch ein dynamisches Datenbanksystem nach dem Nutzerprinzip Lehrkräfte entscheiden, was Schüler sehen sollen. Durch über 70 Kategorien oder Einzeleinstellungen können mehr als 15 Milliarden geprüfte Internetinhalte manuell ein- oder ausgeschaltet werden. Die Freiheit des Internets liegt im Schulunterricht in den Händen der unterrichtenden Lehrkraft.

Vor diesem Hintergrund bedeutet Bildungsinternet, dass nach dem Nutzerprinzip Lehrkräfte in den Schulen entscheiden, welche Inhalte Schüler entsprechend ihrem Alter und Entwicklungsstand sehen sollen. Wenn eine Sperrung erfolgt, wird diese angezeigt. Schüler haben aufgrund der Sperrseite die Möglichkeit, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen, ob dieser Inhalt in der Unterrichtsstunde relevant ist und deshalb genutzt werden sollte. Die Lehrkraft kann in Sekundenschnelle die Internetseite freischalten. Begriffe wie Overblocking, Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und Zensursula haben mit dem TIME for kids Schulfilter, der nach dem Nutzerprinzip arbeitet, fachlich nichts zu tun.

Beim Einsatz des Schulfilter Plus kommen Lehrkräfte ihrer Aufgabe nach, zu entscheiden, was relevant oder irrelevant für den Unterricht ist. Wenn Schüler sich zensiert fühlen, weil sie im Unterricht nicht mit ihren Freunden außerhalb der Unterrichtsstunde chatten, sich nicht über die Arbeit von Parteien wie der Piratenpartei informieren, die neuesten Fußballergebnisse nicht sehen oder nicht auf Werbung klicken können, weil die Lehrkraft die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf den Unterrichtsgegenstand wie z.B. Mathematik lenken möchte, dann mag das manche Schüler nerven, aber eine Zensur stellt dieser Beitrag zur Förderung der Aufmerksamkeit der Schüler im Unterricht in keinster Weise dar.

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Artikel von Netzpolitik.org vom 10.05.2012
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